Geschichte der Alten Mühle in Crawinkel


Alte Mühle in Crawinkel - Soziales und kulturelles Zentrum des Ortes
(c) Stefan Schambach 2008

Die folgenden Fakten wurden 1958 zusammengetragen von Käthe Bohnhardt aus Plaue/ Thüringen. Sammlung: Die Steigerhohle hat es mir erzählt - Crawinkel - Die "alte" Mühle.

 

In der Nähe des Forsthauses liegt die alte Mühle. Sie stellt sich als ansehnlicher Fachwerkbau dar, von einem schönen Garten umgeben. Wo sich der Anbau am Hause befindet, soll sich früher das Mühlrad gedreht haben. Noch deutlich sieht man oberhalb und auch im Garten unterhalb des Gebäudes die Böschungen der Grabenanlage und des Teiches. Daß diese Mühle schon immer unter Wassermangel zu leiden hatte, zeigt uns eine Stelle im „Kirchen- und Schulenstaat des Herzogtums Gotha“ von 1753, wo es heißt:

„...Aus dem Gosselischen Spring (am Fuße des Kienberges - d. V.) entstehet ein klein Flüßgen, welches hier im Ort der Bach genennet wird, und vermittels eines Teiches eine Mahlmühle treibet, welche im Ort lieget und einem Innwohner, Namens Löffler, eigenthümlich ist. Vor einigen Jahren hat man über Crawinkel im Walde eingeschlagen, um einen stärckeren Fluß zu entdecken, es ist aber hernachmahls ins stecken gerathen."

 

So hatten sich in den Jahren 1743-45 der Crawinkler und Wölfiser Müller bemüht, das Wasser der Teiche im Langen Grund nutzen zu dürfen. Dieses sollte im damals noch bestehenden Flößgraben bis nach hier geleitet werden. Jedoch wurde ihnen die bereits erteilte Erlaubnis nach wenigen Tagen wieder entzogen, weil andere Müller (von Lütsche und Gräfenroda) Protest erhoben hatten.

 

So mußte der Müller immer erst genügend Wasser in einem Teiche, der sich oberhalb des „Müllergäßchens“ (des heutigen Riedgäßchens) befand, sammeln, wenn er mahlen wollte. Am Ende des 19. Jahrhunderts machte sich wohl der Wassermangel so stark bemerkbar, daß es sich nicht mehr lohnte, den Mahlbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Mühle wurde deshalb vollkommen als Wohnhaus ausgebaut. Die Crawinkler haben seit dieser Zeit ihre Produkte in Luisenthal in der an der Ohra gelegenen Waldmühle mahlen lassen und dabei den am Kienberg entlangführenden ,,Waldmüllersweg" benutzt.


Galetti schrieb 1780 über Crawinkel: An gesundem Wasser fehlt es auch nicht und im Orte befinden sich viele Springbrunnen. Ein kleiner Bach, welcher den Ort durchfließt, treibt eine Mühle.