Sagen aus Crawinkel und Umgebung


Die bisher bekannteste Zusammenfassung von Sagen aus Crawinkel und der Umgebung veröffentlichte einst Käthe Bohnhardt aus Plaue/Thüringen unter der heimatgeschichtlichen Sammlung

 

Die Steigerhohle hat es mir erzählt...

Das Irrlicht am Großen Tambuch

 

Die nördlich von Crawinkel gelegenen Felder, wenig fruchtbar aus Muschelkalk und Sand bestehend, erstrecken sich bis zum Großen Tambuch und wurden früher von der alten, vielbefahrenen Erfurter Straße durchschnitten.

 

Noch in den fünfziger Jahren konnte man die von dem Vater auf den Sohn vererbte Sage hören: Am Tambuch sei es nicht geheuer, weil bei Nachtzeit dort ein Irrlicht zu sehen sei. Es wäre die Seele eines ungetreuen Feldmessers aus früheren Zeiten, die nun spukend umgehen müsse und nicht zur Ruhe kommen dürfe; habe der Landvermesser doch zu seinen Lebzeiten oft die Marken zwischen den Grenzen mit seiner Meßkette unrichtig bestimmt und besonders den armen Bauern ihr Land geschmälert und ihnen damit Schaden zugefügt.

 

Zur Strafe müsse er nun in irrlichternder Gestalt am Tambuch, seinem Tatort, sein Unwesen treiben und die bei Dunkelheit verspätet Vorbeikommenden schrecken. Als blaues, zuckendes Lichtlein geistert er dort umher.

 

 

Der Reiter ohne Kopf aus dem Hopfegarten

Im Crawinkler Gemeindebereich gibt es eine Stätte, die den Flurnamen „Hopfegarten" trägt und an welcher eine Spuksage haftet. Die Örtlichkeit liegt da, wo sich heute die Eisenbahngleise zwischen Frankenhain und Crawinkel in eine sanfte Bodenwelle neben der Straße einfügen. Hier soll laut Sage der Reiter ohne Kopf wohnen. Bei Tage ist er nicht zu sehen. Doch wenn die Abenddämmerung aus dem Waldgebirge heraustritt und sich über das Vorland breitet, ist seine Zeit gekommen. Dann schwingt er sich auf sein Pferd und macht sich auf, nach dem Rechten zu sehen. Er trabt ums Dorf. Und wehe den Kindern, die sich zu dieser Zeit noch in der Feldflur umhertreiben!

 

In den fünfziger Jahren gab es noch alte Leute, die als Großeltern mit dieser Sage auf ihre Enkelkinder einzuwirken versuchten, wie auch sie es durch den Mund ihrer Großeltern erfahren hatten.

 

Käthe Bohnhardt Plaue/Thür.